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Nachdem die DSH seit gut einem Vierteljahrhundert das Thema Abschiebung behinderter Menschen in auswärtige Einrichtungen wach
gehalten hat, gilt es festzustellen, dass Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Stadt Dortmund und die Einrichtungsträger bemüht sind, entstehende Bedarfe auch durch Angebote hier vor Ort zu decken. Arbeitsgruppe “Rückkehrer “ eingerichtet Als weiterer Erfolg kann vermeldet werden, dass in 2010 eine
Arbeitsgruppe eingerichtet wurde, die unter Federführung von Bethel vor Ort eine Befragungsaktion auswärtig untergebrachter ehemaliger Dortmunder Bürger vorbereitet hat. In einem ersten Schritt sollen alle die aufgesucht und und zu
ihrer Lebenssituation befragt werden, die noch nicht länger als 5 Jahre in der auswärtigen Einrichtung leben und alle die, die noch keine 30 Jahre alt sind. Ausgenommen wurden Personen, die in der direkten Nachbarschaft zu Dortmund
wohnen und bei denen gleichzeitig sichergestellt ist, dass die Einrichtungsträger selbst den Betroffenen Wahlmöglichkeiten für eine Rückkehr zusichern. Weiterhin Minderjährige, die die Dortmunder Sozialverwaltung im Blick habe und
denen bei Erreichen der Volljährigkeit ein Angebot zur Rückkehr gemacht werde. TU Dortmund-Projekt Die Befragungsaktion wird zur Zeit durchgeführt im Rahmen eines Seminars der TU Dortmund, Fakultät Rehabilitationswissenschaft unter Leitung von Dipl.Reha-päd. Inke Grauenhorst. Die
Auswertung soll im Mai 2012 vorliegen. Die Dortmunder Selbsthilfe arbeitet in der Arbeitsgruppe Rückkehrer mit. In den durchzuführenden Interviews mit den ehemaligen Dortmunder Bürgern sollen unter dem Oberbegriff „Heimat“ deren
jetzige Lebensumstände und-zufriedenheit, bestehende Bezüge zur alten Heimatstadt und etwaige Pläne für die Zukunft erfragt werden. Dabei bleibt es offen, ob schon beim ersten Kontaktgespräch konkret ein Rückkehrwunsch aufgenommen
wird oder ob nach einer fachlichen Bewertung des Erstinterviews entschieden wird, wie weiter verfahren werden soll.Aus Datenschutzgründen war es dem Sozialhilfeträger “Landschaftsverband Westfalen-Lippe” überlassen, den
Erstkontakt zu den Einrichtungsträgern und den jeweiligen Vormündern herzustellen. Diese sollten mit den Betroffenen abklären, ob sie an einer Befragung teilnehmen wollten. Mit einem weiteren Schreiben wandte sich die TU Dortmund
an die Einrichtungen, um das Projekt vorzustellen. Bis zum 1.9.2011 hatte es bei angeschriebenen 142 Personen lediglich 60 Rückmeldungen gegeben von Betreuern oder Einrichtungen. Wenige Betroffene hatten eine Befragung abgelehnt.
In zahlreichen Fällen wurde von Einrichtungen/Betreuern darauf verwiesen, dass die Betroffenen nicht kommunizieren können. In 19 Fällen wurde ein Interview gewünscht. Wegen der geringen Rücklaufquote schickte der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe ein „Erinnerungs“-Schreiben hinterher, um säumige Einrichtungen/Betreuer zu einer Reaktion anzuhalten. Diese Mahnung zeigte Erfolge: Stand 15.11.2011 blieben lediglich noch 10 Anschreiben ohne
Reaktion. In 32 Fällen wird ein Interview von den ehemaligen Dortmunder Bürgern gewünscht. Zur Zeit suchen Studierende der TH Dortmund die über ganz Westfalen verstreuten Betroffenen auf. Erste Ergebnisse der
Befragung wurden auf einer Sitzung der Arbeitsgruppe Rückkehrer Mitte Februar 2012 vorgestellt: Die Äußerungen von Interviewten zeigten wie erwartet ein differenziertes Bild: es gibt die, die sich am neuen Wohnort wohlfühlen,
einer war ganz entsetzt: “Ich bin Schalke-Fan, ich geh doch nicht nach Dortmund” ( was man als Dortmunder natürlich nur schwer verstehen kann!); dann welche, die klar äußerten, wieder zurückkehren zu wollen. Aufgefallen war
den Interviewern, dass viele der Befragten darüber klagten, dass sich ansonsten niemand für ihre Wünsche interessiere. Probleme, die auf Lösungen warten
Zur Zeit werden die Interviews transskribiert, daran schließt sich an die qualitative Auswertung nach gängigen wissenschaftlichen Maßstäben. Wie bei dem vorläufigen
Überblick schon abzusehen war, wird es einerseits eindeutige Ergebnisse geben, wo es keinen Interpretaionsspielraum gibt, aber auch Fälle, wo noch mal nachgefragt werden müßte, um zu einem klareren Ergebnis zu kommen. Dafür
wird die Arbeitsgruppe eine Verfahrensweise finden müssen.Weiterhin wird sich die Arbeitsgruppe damit auseinander zu setzen haben, was in den Fällen geschehen soll, wo von Einrichtungen oder Betreuern nach den Anschreiben
lediglich darauf verwiesen worden war, die Betroffenen seien nicht kommunikationsfähig, könnten nicht sprechen. Das darf für diese Menschen nicht bedeuten, dass sie automatisch ausgeschlossen werden. Hier müssen andere Wege
gefunden werden, um Ihnen eine Wahlmöglichkeit zu bieten. Menschen, die sich für eine Rückkehr aussprechen, muss in vertretbarer Zeit ein Angebot für die Rückkehr gemacht werden. Bisher heißt es, sie sollen ins
Versorgungsmanagement einbezogen werden. Hier schiebt die Stadt Dortmund aber schon einen großen Berg von stationär zu versorgenden behinderten Menschen vor sich her. Deshalb muss hier dringend Abhilfe geschaffen werden. Neben
allem dürfen die nicht vergessen werden, die bisher ganz ausgeschlossen von dem Projekt sind: die länger als 5 Jahre schon außerhalb Dortmunds untergebracht sind und/oder über 30 Jahre alt sind. Auch für die muss ein Verfahren
gefunden werden, die Ihnen eine Rückkehrmöglichkeit lässt, ob nun durch weitere Befragungen oder dadurch, dass die Institutionen, die für die jeweilige individuelle Hilfeplanung verantwortlich zeichnen, ihre Aufgabe auch in dieser
Hinsicht ernst nehmen. |
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